„Wilde Wildküche“ – weit weg von Omas Hirschkeule

Gabriel Arendt, selbst passionierter Jäger, hat mit seinen wilden Rezepten bereits die TV-Show „The Taste“ gerockt. Nun bringt der selbstständige Event-Koch sein erstes Kochbuch auf den Markt. Enthalten sind nicht weniger als 70 innovative Wildrezepte auf 144 Seiten. Wir hätten auch bei geringerem Umfang ein Interview angefragt.

Gabriel Arendt (Quelle: Peter Raider / BLV Buchverlag)
Gabriel Arendt (Quelle: Peter Raider / BLV Buchverlag)

WaW: In dem Titel deines Buches „Wilde Wildrezepte“ steckt ganz schön viel Wild! Wie würdest du dein neues Kochbuch selbst beschreiben?

Gabriel Arendt: Jung und frisch! Das Kochbuch ist weit weg vom gespickten Rehrücken und Omas Hirschkeule. Vielmehr habe ich versucht verschiedene Kulturen in meinen Rezepten zu vereinen. 

Was macht für dich die besondere Faszination für Wildbret als Lebensmittel aus?

Als Jäger habe ich eine große Verantwortung, denn ich bin von der Erlegung, über das Ausnehmen bis zur Veredelung des Wildbrets selbst verantwortlich – das ist der besondere Reiz!

In deinem Kochbuch finden sich Rezepte aus allen Teilen dieser Welt. Woher stammt die Inspiration für diese vielseitigen Rezepte: Mamas Küche, Weltreisen oder doch vom Universalgenie Google?

Definitiv nicht Google (lacht)! Bis auf Australien habe ich bereits alle Kontinente dieser Welt bereist. Dabei habe ich nie in Hotels gewohnt, sondern stets bei Einheimischen um deren traditionelle Küche zu erleben. Auf Kuba habe ich gemeinsam mit einer älteren Dame Meerspinnen zubereitet, in Nicaragua beispielsweise Gürteltier. Interessant sind natürlich die Zubereitungsarten: in dem einen Land werden Speisen eher geschmort, in einem Anderen vorwiegend gegrillt. Zudem sind die landestypischen Gewürze und deren Art der Verwendung immer wieder im Fokus meiner Reisen. So kann es bereits einen großen Unterschied machen ob ich getrockneten oder frischen Lorbeer verwende, der Geschmack ist sehr verschieden. 

Demnächst verschlägt es dich nach Indien. Welche Einflüsse erhoffst du dir für deine Wildküche und können wir uns jetzt schon auf wilde Samosas oder Thali freuen?

(lacht) Vielleicht nicht unbedingt Samosas. Ich sammle leidenschaftlich Küchenmesser und die der indischen Küche sind schon etwas ganz Besonderes. Natürlich bin ich auch auf die landestypischen Gemüse-, Obstsorten und Gewürze gespannt. 

Wild-auf-Wild stellt exklusiv eines von 70 innovativen Wildrezepten vor. Im “Ur-Chili-con-Carne” waren weder Bohnen noch Mais enthalten. Hingegen wurde Kakao zum Würzen eingesetzt.